wanderstudies

WANDERSTUDIES_INFO
Einführung Zeichnung- Unterwegs (Pendelskizzen)
Mythos Eisen
Eating the Universe - Vom Essen in der Kunst
LanaLive 2025. Der Öffentliche Raum zwischen Stadt und Land
Kunst am Bau - Kollektives Malen
From Pixel to...
Textilwerkstatt
Hidden Spaces
Ton in Ton
Monte Schlacko
Kunst, Natur & Ökologie

In den wanderstudies befassen wir uns in unseren Lehrveranstaltungen intensiv mit Themen der Region. Mit unterschiedlichen Techniken, Methoden und Konzepten entwickeln die Studierenden Arbeiten zum und im öffentlichen Raum.

Einführung Zeichnung - Unterwegs

In der Einführung zur Zeichnung stehen praktische Übungen im Mittelpunkt, die unterschiedliche Aspekte, Techniken und Ansätze der Zeichnung aufzeigen und dadurch neue Zugänge und Ideen ermöglichen sollen. Das Repertoire reicht von der realistischen Zeichnung über Collage bis hin zu experimentellen Formen.

Das Besondere in dieser Einführung ist, dass wir uns diesmal speziell mit dem Thema Zugfahren, Reisen, Bahnhof, befassen. Wir werden unterwegs sein und im Zug und an Bahnhöfen vor Ort zeichnen. Wir versuchen, die besondere Atmosphäre aufzunehmen und Menschen und Orte zeichnerisch zu erfassen.

Ein wichtiger Aspekt wird auch die Beschäftigung mit zeitgenössischen Positionen der Zeichnung sein. Im zweiten Teil des Seminars entwickeln Sie die Studierenden eine eigene zeichnerische Projektarbeit, die in der abschließenden Ausstellung "Pendelskizzen" vom 11.12.25 bis 27.02.2026 im Kulturbahnhof Kreuztal und im Showroom wanderspace ausgestellt wird.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Zeichnungen, Collagen, experimentelle Formen und Installationen, die Eindrücke aus dem öffentlichen Raum von Siegen und Umgebung festhalten. Die Studentinnen nähern sich dabei Themen wie Zugfahren, Pendelroutinen, Reisen, Kiosk-Kultur, Bahnhofsszenen, Verspätungen, Geschwindigkeit sowie Begegnungen mit Menschen und Tieren an. Ein Gestaltungselement ist zudem die Vervielfältigung und Arbeit mit Kopien, die den seriellen Charakter des Pendelns und die Wiederholung alltäglicher Abläufe reflektiert, die Showroom wanderspace in Siegen zu sehen sind. Mit „Pendelskizzen“ eröffnet sich ein subjektiv-künstlerischer Blick nah an der Realität des täglichen Unterwegsseins



Ausstellung im Kulturbahnhof Kreuztal, Bahnhofstraße 11, 57223 Kreuztal

Kulturbahnhof Kreuztal

Öffnungszeiten:

Mo - Fr.

6.30 - 10.30 Uhr und

14.30 - 18.30 Uhr

Ausstellung im Showroom wanderspace, Sandstr. 14-16, Siegen

(jederzeit, von außen einsehbar)

Lehrende: Prof. Johanna Schwarz, Kai Gieseler

Studierende: Lehramt Kunst (BA)

Wintersemester 2025/26

Mythos Eisen - vom digitalen Modell zur analogen Skulptur

Ziel des Seminars ist es, den digitalen Formenbau mit der Verarbeitung analoger Materialien zu verbinden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Materialien Metall und Leder, aus denen die Studierenden ein eigenes Objekt entwerfen. Wir arbeiten in diesem Seminar eng mit dem Künstler Finn Wagner zusammen, der sich mit der regionalen Werkstoffgeschichte befasst und mit digital-analogen Prozessen arbeitet.

Lehrende: Prof. Johanna Schwarz, Stefanie Klingemann

Studierende: Lehramt Kunst (BA)

Wintersemester 2025/26

Eating the Universe - Vom Essen in der Kunst

Essen ist heute nicht mehr nur ein Grundbedürfnis, sondern ein kulturelles Phänomen und politisches Statement. Darstellungen von Nahrungsmitteln in der Kunst reichen weit zurück. Ihren Höhepunkt erlebten sie in den Stilleben der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es in der bildenden Kunst zu dem Einsatz von realen Lebensmitteln. In den 1930er-Jahren kamen die Futuristen auf die Idee, Nahrungsmittel als künstlerisches Material zu verwenden und die Zubereitung von Essen zur Kunstaktion zu erklären. In den 1960er-Jahren waren es Künstler wie Daniel Spoerri, Piero Manzoni, Dieter Roth, Joseph Beuys und Gordon Matta-Clark, die sich unabhängig voneinander mit dem kulturellen Stellenwert des Essens und Kochens, den grundlegenden Prinzipien der Ernährung und dem Essen als existenziellem Akt befassten. Heute sind es Künstler*innen wie Sonja Alhäuser, Isabelle Enders oder Rirkrit Tiravanija, die sich dem Thema widmen.

Der künstlerische Umgang mit Nahrung knüpft an eine elementare Schnittstelle von Kunst und Leben an: Die Realität des täglichen Lebens wird in die Kunst integriert, ein inhaltlicher Bezug zu den fundamentalen Dingen des Alltagslebens hergestellt. Auch stellen sich im Zusammenhang mit Essen existenzielle Grundfragen oft eindringlicher als bei anderen Themen. Dieses Thema ist somit für zeitgenössische Künstlerinnen weiterhin höchst relevant, von der ästhetischen Ebene über die sinnliche Erfahrung bis hin zum politischen Aspekt. Essen verbindet, stellt Gemeinschaft her, ist ein gesellschaftlicher Akt.

Im Seminar inspirierten uns zahlreiche Beispiele aus der Kunst und wir entwickelten eigene Projekte zum Thema.

Ausgewählte Arbeiten werden im öffentlichen Raum der Stadt Siegen in Form einer großen Plakatwand am ehem. Karstadt-Gebäude und Videos im FoodCourt, Mensa-Gebäude der Universität am Unteren Schloß vom 15.10.-26.11.2025 präsentiert.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Studierendenwerk und dem FoodCourt der Universität Siegen.

Lehrende: Prof. Johanna Schwarz, Kai Gieseler

Studierende: Lehramt Kunst (BA), Soziale Arbeit (BA, MA)

Sommersemester 2025

Re)claiming Space

wanderstudies zu Gast bei LanaLive

Im Wintersemester 2024/25 war der italienische Künstler Hannes Egger mehrere Wochen als wandergast im Siegerland tätig und entwickelte die Arbeit STADT+LAND. Aus der Zusammenarbeit mit Egger entstand die Einladung nach Südtirol in sein Heimatdorf Lana, wo er jährlich das transdisziplinäre Kulturfestival LanaLive mitorganisiert. In diesem Rahmen werden künstlerische Interventionen, Performances, Musik, Vorträge und Diskussionen genutzt, um sich mit jährlich wechselnden Themen kritisch und kreativ mit der Region auseinanderzusetzen.

In diesem Jahr entwickelten internationale und lokale Kulturschaffende sowie Studierende der Universität Siegen, Lehrgebiet „Kulturelle Bildung und künstlerische Strategien im öffentlichen Raum“, unter dem Motto „(Re)claiming Space“ im Rahmen der wanderstudieskünstlerische Arbeiten vor Ort. Ausgangspunkt waren die Fragen: Was ist öffentlicher Raum? Wem gehört er? Wie wird er genutzt? Ist er ein demokratischer Ort des Austauschs – oder ein Raum, der neu erobert und gestaltet werden muss?

Im Rahmen des Exkursionsseminars reisten wir aus dem Siegerland ins Meraner Land, um dort eine Woche lang Teil des Festivals zu sein. Der Rathausplatz im Zentrum des Ortes wurde mit künstlerischen Strategien im öffentlichen Raum von den Studierenden bespielt und eingenommen. Bereits im Vorfeld beschäftigten sich die Teilnehmer*innen mit den Themendes Festivals und untersuchten im Vorfeld mit ihren Fragen den öffentlichen Raum im Siegerland, um in ihrer Arbeit eine Verbindung zwischen beiden Ländern zu entwickeln. Es entstanden multiperspektivische und multimediale Umsetzungen von Zeichnung, über Fotografie und Video bis hin zu performativen Projekten.

In der entstandenen Publikation möchten wir einen Einblick geben in die Arbeit vor Ort, dies umfasst sowohl den Prozess als auch die öffentliche Abschlusspräsentation, bei der alle Student*innen die Gelegenheit bekamen, ihre Arbeit einem interessierten Festivalpublikum vorzustellen. Johanna Schwarz war eingeladen, in Kunst Meran im Rahmen des Festivals einen Vortrag zu halten zum künstlerischen Forschungsprojekt wanderspace, dies rundete die Teilnahme der Universität Siegen als Projektpartner von LanaLive ab.

Begleitet und unterstützt wurden die Studierenden von Kai Gieseler, Alexandra-Joy Jaeckel, Stefanie Klingemann, Samuel Treindl. Charlotte Figulla und Simon Löhrer waren Teil der Gruppe als wissenschaftliche Hilfskräfte.

Bei Interesse senden wir Ihnen die Publikation gerne zu.

Kontakt:
info@wanderspace.de

Lehrende: Prof. Johanna Schwarz

Studierende: Lehramt Kunst (BA)

Sommersemester 2025

Kunst am Bau - Kollektives Malen

Das Seminar bot den Studierenden die einmalige Möglichkeit, sich an einem kollektiven "Kunst am Bau-Projekt" auf dem Campus der Universität Siegen aktiv einzubringen. Auf dem Hölderlincampus im Department Elektrotechnik kam bei den Mitarbeiter*innen der Wunsch auf, die weißen Flure neu zu gestalten. Auf eine Anfrage hin hat sich das geplante künstlerische Vorhaben als Kooperation entwickelt.

Das von Studierenden der Kunst und Kulturellen Bildung ausgearbeitete Konzept wurde gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen der Elektrotechnik malerisch, experimentell umgesetzt. Wie die Linien eines Schaltplans ziehen sich nun farbige Flächen durch Foyer und Flure. Im Vordergrund stand ein partizipativer, demokratischer Prozess, bei dem sich alle einbringen konnten und der Freude und Gemeinschaftsgefühl im gemeinsamen gestalterischen Tun verbreitete.

Der Arbeitsprozess und das Ergebnis wurden zusätzlich in einem Film dokumentiert:

Lehrende: Prof. Johanna Schwarz, Alexandra-Joy Jaeckel, Stefanie Klingemann, Kai Gieseler, Samuel Treindl

Studierende: Lehramt Kunst (BA), Kulturelle Bildung

Wintersemester 2024/25

From Pixels to Places: Kunst, KI und immersive Räume

Dieses Seminar erforschte die Schnittstellen von Architektur, Kunst und digitaler Technologie. Im Mittelpunkt stand ein interaktiver Workshop, in dem Teilnehmende architektonische Entwürfe entwickeln, mit künstlicher Intelligenz visualisieren und in virtuelle Realitäten überführen konnten.


Der kreative Prozess begann mit der Analyse bestehender Architekturstile in der Stadt Siegen und der Entwicklung eigener Ideen, die durch physische Modelle aus Stoff, Draht und Papier greifbar gemacht wurden. Diese Modelle wurden fotografisch dokumentiert, digital bearbeitet und schließlich in immersive VR-Umgebungen eingebettet, um die entworfenen Räume in einer virtuellen Landschaft erlebbar zu machen. 

Das Seminar ermöglichte eine praxisnahe Auseinandersetzung mit künstlerischen und technologischen Ansätzen und bot gleichzeitig Raum für Reflexion und Analyse des Vermittlungsprozesses. Teilnehmende lernten, ästhetische und technologische Elemente miteinander zu verbinden und eigene Konzepte für Kunst- und Architekturprojekte zu entwickeln.

 

Lehrende: Samuel Treindl, Stephanie Sczepanek

Studierende: Lehramt Kunst (BA)

Wintersemester 2024/25

Textilwerkstatt. Den Faden wieder aufnehmen

Künstlerisches Handeln wird angeregt durch die Auseinandersetzung mit spezifischer Materialität. Die kulturelle Bedeutung und Symbolik von Materialien stellen den Bezugspunkt vieler Kunstwerke dar: ephemere, instabile, arme, triviale, alltägliche stehen neben traditionellen, ewigen, edlen, klassischen Materialien.

Das Textile gewinnt seit Jahren an Bedeutung in der zeitgenössischen Bildenden Kunst. Die Vieldeutigkeit des Textilen macht es künstlerisch besonders aussagekräftig. Das aktuelle Kunstforum „Textile Revivals-Den Faden wieder aufnehmen“ befasst sich mit unserer Thematik, dies zeigt die Aktualität. https://www.kunstforum.de/band/2024-297-textile-revivals/

In diesem Seminar beschäftigten wir uns mit Handarbeit im erweiterten Sinne und textilen Materialien.

Verbindend für alle Arbeiten ist die besondere Materialität von Stoff und Faden, Herangehensweise und Verarbeitung hängen jedoch vom Projekt ab. Die Spanne kann reichen vom Sticken oder Fadenzeichnungen über Verhüllungen bis hin zu Genähtem und Gehäkeltem. Handarbeit kann dazu führen, die Domäne des Taktilen zurückzugewinnen und neue kreative Fähigkeiten zu entwickeln. Es kann im Innen- und Außenraum gearbeitet werden. Ein Kurzreferat über eine künstlerische Position aus dem Feld ist Teil der Veranstaltung.

Teil der Veranstaltung war ein Workshop und Talk mit der Künstlerin und Textildesignerin Sunčana Dulić mit anschließender Ausstellung. Darüber erschien eine kleine Publikation, die wir Ihnen bei Interesse gerne zu senden. Kontakt: info@wanderspace.de

Lehrende: Prof. Johanna Schwarz

Studierende: Lehramt Kunst (BA)

Wintersemester 2024/25

Ton in Ton

Das Seminar beschäftigte sich mit plastischen Verfahren, Brand, Produktion und Ton . Es mündete dann in einer Ausstellung (Rundgang, Jahresausstellung der Universität Siegen, Fach Kunst) unter der HTS (Hüttentalstraße). Ziel war die Entwicklung einer künstlerischen Position und die Umsetzung eines individuellen Projektes. In gemeinsamer Arbeit in den Bildhauerwerkstätten der Haardter Bergschule wurde sich zudem Fragen zu künstlerischer Arbeit, Skulptur, Bildhauerei und zum aktuellen kunsttheoretischen Kontext gewidmet.

Lehrender: Samuel Treindl

Studierende: Kunst auf Lehramt & Soziale Arbeit (BA)

Monte Schlacko

Blickt man im Brauhaus aus dem Fenster sieht man ihn, den „Monte Schlacko“.  Der Monte Schlacko, im Volksmund auch Fujiyama genannt, ist eine 373,8 m hohe Erhebung, die sich im Siegener Stadtteil Geisweid befindet. Die Bezeichnung "Fujiyama" bezieht sich auf die dem gleichnamigen japanischen Vulkan ähnelnde Kegelform des Berges. Es handelt sich um eine ab 1900 künstlich aufgeschüttete Schlackenhalde der früheren Bremer Hütte. Inoffiziell gilt die Halde als der höchste „Berg“ Siegens und als heimliches Wahrzeichen. Wir befassen uns im Seminar mit diesem Berg, der Kultstatus genießt und der für zwei Jahre sogar als Denkmal ernannt wurde. Wir nähern uns mit einer gemeinsamen Begehung und Übungen diesem Phänomen und untersuchen es auf multimediale Weise, z.B. mit Hilfe der Zeichnung und der Fotografie.     

Lehrende: Prof.in Johanna Schwarz 

Studierende: Kunst, MA Bildungstheorie und kulturelle Praktiken

Kunst, Natur & Ökologie

Die Klimakrise ist ein drängendes Problem unserer Zeit. Täglich berichten neue Nachrichten und Bilder von einer katastrophalen Gegenwart und Zukunft. Im Angesicht dessen fällt es schwer optimistische Zukunftsvisionen zu entwickeln und gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Welche Möglichkeiten kann Kunst im Kontext von Natur und Ökologie eröffnen? Das Seminar beleuchtete vielfältige künstlerische Positionen, ästhetische Praktiken und ökologische Fragestellungen. Gemeinsam suchten wir nach Lösungsansätzen, um dem verbreiteten Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht zu begegnen und Handlungsstrategien zu entwickeln. Durch eigenes Erleben sollte Sensibilität geweckt, persönliche Handlungsspielräume ausgelotet und das Gefühl der Selbstwirksamkeit gestärkt werden.

Ein Besuch der Ausstellung „Wälder“ und ein anschließender kunstpraktischer Workshop im Museum Haus-Sinclair/Stiftung Kunst & Natur in Bad Homburg v. d. Höhe ermöglichten einen Einblick in zeitgenössische Kunst und ein Vermittlungskonzept, das Lehrende und Vermittler:innen in der Bildungsarbeit dazu auffordert eigene Positionen in Hinblick auf die Natur zu klären.

Im Rahmen von wandertalk Nr.8 waren wir zu Gast auf dem Biolandhof Eichenhof, der den Umgang mit Natur, Konsum und Ressourcen thematisiert, Alternativen aufzeigt und sich zugleich als ein Begegnungsort versteht. Ein weitere regionales Best Pratice Beispiel stellte dort die Waldpädagogin Gabriele Buhl-Berghäuser vor.  

Das Seminar bot viel Raum für die Studierenden, um künstlerische Handlungsweisen und Techniken gemeinsam kennen zu lernen und aktiv zu erleben. Ziel war es, darauf aufbauend eigene künstlerische Vermittlungsangebote in den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit zukünftig zuentwickeln und durchführen zu können.

Lehrende: Alexandra-Joy Jaeckel

Studierende: Soziale Arbeit (BA)