Sommer 2024

wandermoves: Wandelgang
wandertalk Nr.6: Katze & Krieg
wandertalk Nr.8: Eichenhof
wanderstudies: Monte Schlacko
wanderstudies: Siegen: Stadt-Raum-Ort: Mapping

wandermoves: WALDELGANG

In der Friedrichstraße 21 / Sandstraße 22, befindet sich das ehemalige Outdoorbedarfsgeschäft „Feinbier“, das aktuell in einer Zwischennutzung von der Universität Siegen bespielt wird. Ab April 2024 wird hier die partizipative Bodeninstallation im Hof des Gebäudes mit dem Titel WANDELGANG beginnen: mit Studierenden, mit der Nachbarschaft, mit der Stadtgesellschaft wird hier ein Kunstwerk unter der Anleitung und Konzeption von Stefanie Klingemann, bildende Künstlerin und künstlerisch wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Künstlerische Strategien im öffentlichen Raum/Kulturelle Bildung, sukzessive entstehen. 

Die Tätigkeit zur Gestaltung des Kunstwerkes ist hierbei ganz alltäglich: Gehen. 

Die Meter bis Kilometer, die wir in unserem Lebensalltag zurücklegen bleiben meist ungesehen, unbewußt, maximal dokumentiert über den Schrittzähler irgendeiner FitnessApp. 

Doch welche Spuren hinterlassen wir auf unseren täglichen Wegen? Welche Schnittstellen bilden wir mit Anderen? Was wäre, wenn die Fußspuren erkennbar wären, ein Netzwerk von Wiederholungen, Ergänzungen, gleichen Richtungen oder Wiederläufigkeiten sichtbar würde?

Die ortsbezogene Intervention WANDELGANG im Hof zwischen den Gebäuden verbindet die Sandstraße mit der Friedrichstraße. 

Hier wird die Aktion, die von April bis zum Sommerfest der Uni im Juli 2024 geplant ist, nach und nach sichtbar: Schritte der Teilnehmenden werden mit Hilfe von Farbe als Abdruck deutlich. Es ergibt sich ein visuelles Geflecht aus Spuren, das sich - ähnlich einem Teppich - zu einem verbundenen Element zusammenfügt, und die Verbindung der beiden Straßen durch die Nutzungsspuren erkennbar macht.

wandertalk Nr.6: katze & krieg

katze und krieg sind ein Künstlerinnenduo, bestehen aus  Katharina Jej und Julia Dick.
Sie leben und arbeiten in Köln. Kennengelernt haben sie sich 2007 während ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. katze und krieg arbeiten an performativen Interventionen in Alltagswelten des öffentlichen Raumes, z.B. Supermärkte, Bürogebäude, Wohnviertel und Fußgängerzonen, stets begleitet von einem eingeladenen Publikum. In ihren Performances beleuchten und irritieren sie existierende Konventionen des urbanen Lebens, indem sie spielerisch jenseits der vorherrschenden Strukturen und Routinen agieren. Auf diese Weise untersuchen katze und krieg konsequent und mutig das Potenzial von Verhaltensweisen im öffentlichen Raum und fordern Passanten und Zuschauer:innen auf, ihre bisherigen Vorstellungen in Frage zu stellen.
katze und krieg performen im deutschsprachigen und internationalen Raum im Rahmen von diversen Ausstellungen und Festivals. Im Sommersemester 2021 waren sie zur Gastprofessur von Performance Studies an die Justus-Liebig-Universität Gießen eingeladen.

Mehr zu katze & krieg: https://katzeundkrieg.de/

wandertalk Nr.8: Zu Gast auf dem Eichenhof

Der Eichenhof ist ein Ort, der den Umgang mit Natur, Konsum und Ressourcen thematisiert, Alternativen aufzeigt und sich zugleich als ein Begegnungsort versteht. Samuel Treindl und Alexandra-Joy Jaeckel werden mit Studierenden des Fachs Kunst und der Sozialen Arbeit vor Ort sein und künstlerisch-forschende Aktivitäten initieren. Besuchende sind herzlich dazu eingeladen gemeinsam Brotskulpturen zu backen oder in der Druckwerkstatt zu arbeiten, mit der Naturpädagogin Gabriele Burg-Berghäuser auf einer Kräuterwanderung die Umgebung zu erkunden oder an der Brotbar bei Tee und Kräuteraufstrich ins Gespräch zu kommen.

Beim Backen, wie auch bei einer Keramik oder einer Plastik, alles fängt mit dem Material an: Wasser, Mehl und Hefe oder Tonerde und Wasser. Der Rest ist Handarbeit. Wenn Andrea Zimmermann morgens in Ihre Backstube auf dem Eichenhof in Kreuztal-Eichen geht, formt sie die schönsten Brote. In ihrer reduzierten, seriellen Form ist dennoch jedes für sich ein Unikat. Wenn Samuel Treindl morgens in sein Atelier geht, beschäftigt er sich mit der Frage was künstlerische Plastik ist oder sein kann. Auch Brotteig ist dabei ein Material, das zur Gestaltung einlädt. Was dabei Kunst ist oder gut schmeckt, lässt sich durch eigene Wahrnehmungen erfahren. 

wanderstudies: Monte Schlacko

Blickt man im Brauhaus aus dem Fenster sieht man ihn, den „Monte Schlacko“.  Der Monte Schlacko, im Volksmund auch Fujiyama genannt, ist eine 373,8 m hohe Erhebung, die sich im Siegener Stadtteil Geisweid befindet. Die Bezeichnung "Fujiyama" bezieht sich auf die dem gleichnamigen japanischen Vulkan ähnelnde Kegelform des Berges. Es handelt sich um eine ab 1900 künstlich aufgeschüttete Schlackenhalde der früheren Bremer Hütte. Inoffiziell gilt die Halde als der höchste „Berg“ Siegens und als heimliches Wahrzeichen.    Wir befassen uns im Seminar mit diesem Berg, der Kultstatus genießt und der für zwei Jahre sogar als Denkmal ernannt wurde. Wir nähern uns mit einer gemeinsamen Begehung und Übungen diesem Phänomen und untersuchen es auf multimediale Weise, z.B. mit Hilfe der Zeichnung und der Fotografie.     

Lehrende:Prof.in Johanna Schwarz 

Studierende: Kunst, MA Bildungstheorie und kulturelle Praktiken


 

wanderstudies: Siegen: Stadt-Raum-Ort: Mapping

Über die eigenen Wurzeln, persönliche Geschichten, Orte und wie man diese mitteilsam macht Wegkreuzungen, eine Bushaltestelle, ein Hauseingang im Windschatten, Stehen unter einer Laterne...  

 

Wir besuchen ausgewählte Orte im öffentlichen Raum Siegens, die Sie auswählen und erfahren hierbei persönliche Geschichten und Erlebnisse zum ausgesuchten Standort. Ihre biographischen Verknüpfungen und die damit verbundene Assoziationen liegen bisher im Verborgenen und sind hoch individuell geprägt, somit wird Stadt und urbaner Raum zu einer persönlichen Map von Erinnerungsfragmenten, bestehend aus Geräuschen, Gerüchen ebenso wie Ereignissen und bildnerischen Fundstücken. Was macht ein Teilstück öffentlichen Raumes zu einem persönlichen Ort? Was löst das assoziativ biographische Wahrnehmen von Stadt nachhaltig aus? Wie können diese Wahrnehmungen erzählt und vermittelt werden? Im Rahmen des Seminars besuchen wir die für Sie besonderen Orte ihrer Kindheit, Jugend und/oder der Studienzeit hier in Siegen und probieren im Rahmen eines Stadtspaziergangs diese Orte und ihre Identität für andere Sichtbar, erlebbar zu machen. Hierbei schaffen Sie durch den Einsatz von assoziativem Schreiben, bildnerischen Strategien, sowie Performance und plastischer Arbeit ortsspezifische Settings, die über den Zeitraums des Seminars von Ihnen erarbeitet werden. Die Konzeption und Ausarbeitung werden konzeptionell begleitet. Zum Abschluss des Seminars präsentiert die Studierendengruppe gemeinsam einen Stadtspaziergang - das individuelle Mapping Siegen. Es werden Ihnen im Rahmen des Seminars künstlerische Positionen wie Stanley Brouwn, Hamish Fulton, Sophie Calle, Tehching Hsieh, Vito Acconci Francis Alÿs u.v.m. vorgestellt und mit theoretischen Auseinandersetzungen zum Spaziergang bzw. Wandern als künstlerische Strategie begleitet.  

Lehrende: Prof. Johanna Schwarz, Stefanie Klingemann

Studierende: Kunst auf Lehramt & Soziale Arbeit (BA)